So Freunde ,   

 

ich hoffe, ihr habt den Jahreswechsel gut hinter euch gebracht, alle guten Vorsätze bis jetzt eingehalten und erfreut euch bester Gesundheit.

Ich hatte mir beim vorletzten Jahreswechsel vorgenommen, in 2014 min.10 Kg abzunehmen.

Jetzt fehlen mir nur noch 13Kg. Soviel zum Thema "Gute Vorsätze im neuen Jahr".

 

Bevor ich mit dem nächsten Kapitel fortfahre, noch ein Hinweis:

In der linken Spalte (Gliederung) findet ihr ein neues Kapitel: Bilder M72 Gäste.

Hier werde ich in unregelmäßigen Abständen Bilder von Maschinen der Gäste dieser Seite veröffentlichen.

Wer möchte, kann mir Bilder von seinem Motorrad schicken. Ich werde sie dann hier einstellen.

Wenn ihr Bilder schickt, dann bitte mit einer kurzen Beschreibung und den Tech. Daten. Außerdem brauche ich eure Genehmigung zur Veröffentlichung. Ich bitte um rege Beteiligung 

 

So, jetzt aber zum nächsten Kapitel:

 

Der Rahmen und Anbauteile

 

Nachdem ich das Motorrad komplett zerpflückt hatte, lag das Gerippe nun vor mir: 

 

 

                                                                  Nackt, wie das Werk ihn schuf 

 

 Bei dem Fahrwerk meiner  M 72 handelt es sich um einen geschweißten Doppelrohrrahmen, der aus Stahl gefertigt wurde. 

Jetzt galt es, diesen Rahmen wiederherzustellen.

Bevor ich das "Gestell" zum Strahlen geben konnte, bedarf es allerdings einiger Vorbereitungen.

 

Zum einen müssen die Sitze der Lenkkopflager abgedeckt werden, um Beschädigungen der Flächen durch das Strahlgut zu vermeiden. Zum anderen, um später das Eindringen von  Lack oder  Kunststoff in das Lenkkopfrohr  zu ver hindern 

Hierzu habe ich einfach eine passende Schraube (Gewindestange) mit zwei Kotflügelscheiben in Größe der Lager verwendet.

Die eine Scheibe deckt das obere Lager ab, die andere das untere. Dann mit einer Mutter gegenziehen, fertig. Bombendicht.

 

Auch alle offenen Gewinde sollten aus den o.a. Gründen verschlossen werden.

Geht recht einfach, passende Schraube reindrehen, leicht gegenziehen, fertig.

 

Ab zum Strahlen.

 

Nach zwei Tagen hielt ich das gute Stück wieder in den Händen.

Blank und wie neu. Die Oberfläche schön glatt, bis auf ein paar Stellen, wo der Rostteufel schon etwas genagt hatte 

Bei einer ersten Sichtprobe konnte ich keine Mängel am Material, außer den oben beschriebenen, feststellen, wobei ich besonders die Schweißnähte in Augenschein nahm.. Alles war gut.

 

Nun musste das Teil aber auch noch "hübsch" gemacht werden.

Da stellte sich natürlich die Frage: Lackieren oder Pulverbeschichten?

Welche Vor- bzw Nachteile hat das eine oder andere Verfahren?

 

Die gravierendsten Vorteile des Pulverbeschichtens gegenüber dem Lackieren sind :

- hohe Schlagfestigkeit der Beschichtung

- hohe Farbbeständigkeit

-sehr hoher Korrisionsschutz

- längere Haltbarkeit

 

Nachteile:

- Alle RAL-Farbtöne sind zwar möglich, aber keine Zwischentöne oder Farbtone nach eigener Vorstellung

  Das wird  aber in absehbarer Zeit mit Sicherheit auch möglich sein.

-Evtl. etwas grobes Finish 

 

Da mich die Vorteile des Beschichtens überzeugten, wollte ich meinen Rahmen also auch mit Kunststoff überziehen lassen.  

Ich fand einen Industrielackierer ganz in meiner Nähe, der die Arbeit für rund 200 € ausführen wollte.

Auf meine Frage, ob er Erfahrung mit solchen Arbeiten hätte, bekam ich zur Antwort, dass er schon mehrere Harley-Rahmen beschichtet hätte und alle wären TOP geworden.

Na dann!

Nach einer Woche konnte ich den Rahmen abholen.

Der Erste Eindruck in der Halle: Ganz passabel.

Ernüchterung bei Tageslicht. Es war an einigen Stellen doch Farb- bzw. Glanzunterschiede zu erkennen.

Auf meinen Einwand hin bekam ich als Antwort zu hören:" Wieso, der ist doch super!"

Also, wenn Harley-Fahrer mit solchen Arbeiten zufrieden sind, dann man gute Nacht!

Ich glaube das aber nicht, sind die doch dafür bekannt, dass sie sehr pingelich sind, was das Aussehen ihrer Maschinen betrifft.

Angesprochen auf Preisnachlass bekam ich nur zu hören, dass ich beim nächsten Teil, das ich ihm bringe, einen Preisnachlass bekäme.

Irgendwie clever, wusste der doch genau, dass ich von ihm nichts mehr machen lassen würde.

Alle weiteren Verhandlungen liefen ins Leere. 

 

Tipp: 

Wenn ihr vorhabt, Teile eures Fahrzeugs beschichten zu lassen, rennt nicht zum erstbesten Beschichter.

Vergleicht die Angebote und: Lasst euch unbedingt Arbeitsproben zeigen. Die meisten Anbieter haben irgendwelche Teile herumliegen, die sie beschichtet haben und werden sie euch gerne zeigen.

Wenn nicht, Anbieter wechseln.

 

Ich verbuchte das ganze mal unter "Lehrgeld" und fuhr mit dem Rahmen zum Lackierer meines Vertrauens

Beim Eintreffen ließ ich den Rahmen erstmal auf meinem Anhänger, ging in die Werkstatt, erklärte dem Chef mein Anliegen und bat ihn, mit hinauszugehen, um sich das Teil anzusehen.

"Sieht von weitem  gut aus!" sagte er, als er den Rahmen sah. Als er das Fahrgestell aber näher betrachtete, gab er mir Recht. "Ist ungleichmäßig aufgetragen!". "Was tun?" fragte ich. Antwort: "Lackieren"!

Also gut, dann mach mal!

 

Und hier das Ergebnis:

 

 

                                                                     Das Fahrgestell im neuen Gewand

 

 Der unterschiedliche Glanz entsteht durch den ungünstigen Lichteinfall. Ist leider das einzige Foto, das ich habe.

 

Da ich mit der Arbeit des Meisters sehr zufrieden war, habe ich mich dann entschlossen alle weiteren Teile von ihm Lackieren zu lassen.

Positiver Nebeneffekt: Heute duzen wir uns, und nach mancher Buddel Bier, die wir schon zusammen geleert haben, konnte ich den einen oder anderen Tipp mit nach hause nehmen.

 

So Freunde, das war es mal wieder!

Bis zum nächsten mal.

Gruß aus Bremen

Budelmann 

 

 

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